Salutaris - virtuelle Selbsthilfegruppe zu ADS, ADHS, Asperger-Syndrom, Autismus, Tourette-Syndrom, Depressionen und Schizophrenie
 
Donnerstag, 09. September 2010
Schizophrenie PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 19. September 2009 um 15:36 Uhr

Schizophrenie

Worauf in den letzten Jahren verstärkt in Beiträgen zur Schizophrenie hingewiesen wird, ist, dass die Informationsverarbeitung schon beim Eingang "falsch gefiltert" wird. Dabei kommt es zu Fehlbesetzungen von Inhalten. Objekte werden mit Emotionen oder mit Wahrnehmungen aus anderen Bereichen in Verbindung gesetzt.

Bei der Paranoia kommt es dann, wohl aufgrund dessen, zu eindeutigen Fehlbelegungen, die überdies auch noch in der Intensität und im Abstand zum fehlbelegten "Objekt" zunehmen können. Nicht umsonst ist es diesen Menschen, den Beobachtern ohnehin, nach Abklingen einer Verstärkung solcher Zustände unerklärlich, wie und dass sie solche Gedankengänge haben konnten, obschon es diesen Personen in dem Moment alles nur allzu logisch erscheint.

Das Nicht-Filtern von relevanten Informationen soll z.B. dazu führen, dass Stress nicht richtig abgebaut wird und längerfristig auf hohem Niveau bleibt. Als Beispiel wird dann auf die Ergebnisse in der Forschung hingewiesen. Wiederholt kurzzeitig unbekannte Geräusche wurden so von den Testpersonen mit einer Schizophrenie auf dem EEG mit derselben Intensität, wie beim ersten Hören des Geräusches wahrgenommen, währenddessen bei einer Vergleichsgruppe nicht schizophrener durch den Gewöhnungseffekt die Reizschwelle sank.

Deshalb fühlen diese Menschen Ärger, Angst, Stress und andere Emotionen auch in der Erinnerung mit viel zu hoher Intensität. Die Langsamkeit in den Reaktionen rührt nun daher, dass bei einer schizophrenen Problematik größere Areale für die Verarbeitung von Prozessen/Informationen verwandt werden. Die neueste Generation von Medikamenten zur Behandlung dieses Problems setzt genau da an und erlaubt diesen Menschen einen bessere Informationsverarbeitung und damit eine deutlich bessere Lebensqualität in vielen Bereichen.

In den Medien werden Schizophrene völlig zu unrecht gebranntmarkt. Das mag daran liegen, dass sie in ihrem Verhalten schwer oder nur sehr ungern in dieser Gesellschaft eingeordnet werden. Um das vorherrschende Schubladendenken zu perfektionieren wird so zu den Maxima der möglichen Verhaltensweisen gegriffen und dieses dann medial in Horrorstreifenmanier ausgeschlachtet. Es braucht wohl nicht darauf hingewiesen zu werden, dass viel Veröffentlichtes einerseits reine Erfindungen und andererseits dem Medienmarktgesetzen gehorchende hemmungslose Übertreibungen sind.

In anderen Gesellschaftsformen stellen schizophrene Menschen nicht die geringsten Probleme dar und sind sogar geachtet und werden beispielsweise als Schamanen, Hellseher etc. verehrt. In Leistungsgesellschaften hingegen wird dem Bild der Schizophrenie nur mit Ausgrenzung und Ächtung begegnet. Wie Aussätzige darben diese Menschen in Heimen, Wohngemeinschaften oder in Krankenhäusern medikamentös eingestellt, zumeist unter Ihresgleichen, in einem Leben außerhalb dieser Gesellschaft.

Es bleibt nur darauf hinzuweisen: Schizophrenie ist nicht ansteckend und in den wirklich meisten Fällen genauso unproblematisch, wie der Umgang mit jedem Anderen auch. Im Gegenteil, man lernt durch diese Menschen im Umgang vor allem sich und seine Mitmenschen in vielerlei Facetten neu kennen und schätzen.

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 19. September 2009 um 17:06 Uhr
 
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